Das Tonneau, französisches Taschenmesser, Griff Troncais Eiche, Schmiede ARTO
Gesamtlänge: 17,5 cm
Grifflänge: 10 cm
Klinge: 12 C 27 (Sandvik), satiniert, Klingenrückenverzierung
Griffbeschalung: Troncais Eiche
Ressortverzierung
Schmiede: ARTO
Herkunft: Burgund, Loire, Creuse, Vienne
Info:
Das TONNEAU, oft auch Charollais oder Canot genannt, erhielt seinen Namen von der bauchigen, etwas an ein Fass erinnernden Form seines Griffs, den man vorzugsweise aus dem Holz der Obstbäume des Charollais fertigt, die hier prächtig gedeihen. Das Tonneau ist ein fester Bestandteil der burgundischen Kultur und Tradition. Noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts war es fester Brauch, dass die Landarbeiter, die sich an den Markttagen in den Städtchen des Burgund einfanden, um eine neue Arbeitsstelle zu suchen, von ihrem Patron ein neues Tonneau erhielten, als Besiegelung ihres Arbeitsvertrages. Da es sehr handlich ist, trägt es sich angenehm in der Hosentasche und mit einem Korkenzieher ist es ein unverzichtbarer Begleiter nicht nur bei der Gartenarbeit in diesen Weinregionen, sondern auch bei den kleineren Mahlzeiten mit Freunden.
Bei diesem Modell wurde der Griff aus sehr wertvollem Holz gefertigt. Es sind die Eichen des Tronçais, einem Wald, der um 1670 unter dem Sonnenkönig LOUIS XIV angelegt wurde, weil Hausbau und Marine die Eichenbestände in den Wäldern Frankreichs so dezimiert hatten, dass absehbar war, dass dieser wichtige Rohstoff bald nicht mehr verfügbar sein würde. Gleichzeitig verfügte er, dass die ersten Eichen frühestens nach 120 Jahren geschlagen werden dürften. Die Technik des Schiffs- und Hausbaus hat sich zwischenzeitlich anders entwickelt und so steht dieser uralte Wald noch heute. Er ist der Stolz der Region und liefert, so sagt man, das feinste Holz für Weinfässer.
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